Der Energieausweis auf Verbrauchsbasis oder Verbrauchsausweis

Seit Juli 2008 sind die Besitzer von Immobilien gegenüber potenziellen Käufern und Mietern in der Pflicht zur Vorlage eines Energieausweises für ihr Gebäude oder die entsprechende Wohneinheit. Laut Gesetzgeber sind zwei Varianten zugelassen, der Bedarfsausweis und der Verbrauchsausweis. Der Letztere ist dabei die einfachere Variante, ihm liegen die Abrechnungen der Heizkosten der letzten drei Jahre zugrunde. Beide Energieausweise sind gleich aufgebaut, sie bestehen aus jeweils vier Seiten, wovon eine Seite die Hinweise für eine energetische Modernisierung enthalten sollte. Ebenfalls einheitlich ist die Gültigkeit, welche bei beiden Ausweisvarianten zehn Jahre beträgt.

Das Ergebnis des Energieverbrauchsausweises resultiert also aus der tatsächlich verbrauchten Energiemenge. Diese Tatsache birgt jedoch ein grosses Problem in sich, da eine Berechnung mit dieser Methode kolossal in die Irre führen kann. Ein am Verbrauch orientierter Energieausweis zeigt nicht den momentan vorherrschenden Zustand des Gebäudes, sondern lediglich des Heizverhalten der Bewohner auf. Der Energieverbrauch wird somit stark davon beeinflusst, ob das Gebäude von berufstätigen Singles oder gar von Familien mit mehreren Kindern bewohnt wird. Wird der Verbrauchsausweis für Einfamilienhäuser erstellt, kann es zu einem weiteren Problem kommen. Wird ein Einfamilienhaus von einem älteren Ehepaar bewohnt, welches die ungemütlichen Wintermonate lieber in südlicheren und wärmeren Gefilden verbringt, wird das Ergebnis des Verbrauchsausweises dadurch vehement verzerrt. Wer als Besitzer einer Immobilie allerdings Wert auf einen aussagekräftigen Energieausweis legt, sollte sich lieber für einen bedarfsorientierten Ausweis entscheiden. Denn eines ist klar, der Verbrauchsenergieausweis ist und bleibt ein Kompromiss.

Vorteilhaft auf das Ergebnis eines Verbrauchsausweises wirkt sich wiederum die Tatsache aus, dass Wohnungsleerstände rechnerisch berücksichtigt werden. Übersteigen die Leerstände nämlich das übliche Mass um ein vielfaches, nimmt der Aussteller eine Witterungsbereinigung des Verbrauchswertes vor. Auf diese Art und Weise nimmt der ermittelte Energieverbrauch auf ein durchschnittliches Klima der vergangenen Jahre Bezug. Es erfolgt so zusagen ein Ausgleich hinsichtlich regionaler Unterschiede und dem Einfluss aussergewöhnlicher Wetterverhältnisse wie zum Beispiel extrem kühlen oder warmen Wintern.

Für alle Besitzer von Immobilien ist nun mittlerweile seit Juli 2008 der Energieausweis zur Pflicht geworden, sofern der Verkauf oder die Vermietung beabsichtigt und das Wohngebäude im Jahr 1965 oder früher errichtet wurde. Wohngebäude ab vier Wohneinheiten, Altbauten ab Baujahr 1978 und Gebäude mit Sanierungsstand nach der Wärmeschutzverordnung von 1977 können ihre Energieeffizienz anhand eines Verbrauchsausweises dokumentieren lassen. Beim Altbau eines Nicht-Wohngebäudes besteht generell Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis und dies auch erst ab dem 01. Juli 2009. Für Neubauten, gleich ob Wohn- oder Nicht-Wohngebäude muss seit Oktober 2007 ein Bedarfsausweis erstellt werden.

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